Borkenkäferzahlen steigen um das 40fache

Windwurf

Die Fangzahlen des Buchdruckers, dem gefährlichsten Borkenkäfer in den heimischen Fichtenwäldern, stieg im Monat Juni in Thüringen explosionsartig an. In den Monitoringfallen der Forstämter mit höherem Fichtenanteil finden sich bis zu 20.000 Käfer je Falle und Woche. Ab einer Gefährdungsschwelle von 3.000 Käfern je Falle und Woche muss mit einer extrem schnellen Ausbreitung bestehender Befallsherde gerechnet werden. Waldbesitzer und Förster haben seit letztem Jahr die rund 172.000 Hektar Fichtenanbaufläche in Thüringen oft schon mehrfach auf Borkenkäferbefall kontrolliert und, wo nötig, saniert. Dies berichtet die Thüringer Landesforstanstalt, mit 200.000 Hektar flächengrößter Waldbesitzer im Freistaat.

Borkenkäferfalle
Die Fangzahlen der letzten Wochen waren alarmierend.

Maiwitterung hat der Entwicklung nicht geschadet

Die Jungkäfer treffen auf deutlich durch die Trockenheit in ihrer Vitalität geschwächte Fichten, was den Befall sehr erfolgreich machen wird. Mit dem neuen Stehendbefall wird in den kommenden sechs bis acht Wochen die zweite Generation angelegt. Diese 2. Generation wird mit einer extremen Zahl an Individuen die bisher unbeschadet verbliebenen Fichten befallen. Waren in den vergangenen Monaten die Fichten in den höheren Lagen des Thüringer Waldes verschont geblieben, scheint sich auch hier das Blatt zu wenden: Die Hochlagenforstämter melden inzwischen auch steigende Borkenkäferzahlen. Auffallend sind derzeitig die teilweise extrem hohen wöchentlichen Käferfangzahlen. Revierförster melden regelmäßig über 10.000 Buchdrucker pro Falle und Woche, in Einzelfällen werden bis zu 20.000 Käfer in einer Falle pro Woche gezählt. Die landesweite Juni-Stehendbefallsmenge ist gegenüber 2018 um das Vierzigfache angestiegen. Was zusätzlich Sorge macht: Nicht nur die Befallsmengen des Buchdruckers stiegen an, auch sein „kleiner Bruder“, der Kupferstecher, wie auch der Kiefern- und Lärchenborkenkäfer verursachen durch ihren Fraß erhöhte Schadholzmengen.

Waldbesitzer müssen weiterhin aufmerksam bleiben

Die Forstexperten empfehlen allen betroffenen Waldbesitzern, die Stehendbefallssuche sofort auch auf das Bestandesinnere auszudehnen. Tatsächlich muss bei dieser explosionsartigen Vermehrung des Buchdruckers von einem Befall nahezu sämtlicher Fichtenstandorte ausgegangen werden. Gleichzeitig weisen die Grünröcke darauf hin, dass mit den weit verbreiteten, pheromonpräparierten Borkenkäferkastenfallen keine nennenswerten Käfermengen abgeschöpft und damit der Schädling „bekämpft“ werden kann.

Das Infoblatt über die Bekämpfung der Borkenkäfer ist hier erhältlich.

Fichtenschaden
Abfallende Rindenstücke sind ein deutliches Zeichen für den Borkenkäferbefall, für eine erfolgreiche Bekämpfung ist es aber in den meisten Fällen schon zu spät.