Den Freischneider optimal einsetzen

Das Frühjahr ist die Zeit der Kulturpflege. Der Freischneider kann dabei wertvolle Unterstützung leisten. Lesen Sie hier worauf Sie beim Einsatz achten müssen.

Ob Sie die Stammzahl in einer Dickung reduzieren wollen oder die Brombeeren in einer Kultur bekämpfen wollen, Freischneider sind vielseitig einsetzbar. Besonders in Dickungen ist der Freischneider bezüglich Flächenleistung und Ergonomie der Motorsäge überlegen. Freischneider werden von Vergasermotoren angetrieben, die sich im Wesentlichen nicht von Motorsägen unterscheiden. So sind auch in Freischneidern lageunabhängige Membranvergaser verbaut.

Wird mit dem Freischneider gearbeitet, besteht Verletzungsgefahr durch wegfliegende Gegenstände (z.B. Steine). Es ist daher ein Gefahrenbereich mit einem Radius von 15 m vorzusehen. In diesem darf sich keine weitere Person aufhalten. Beim Einsatz von Metallschneidwerkzeugen (z.B. Kreissägeblatt) besteht die Gefahr des Zurückschlagens, wenn das Werkzeug auf ein festes Hindernis (z.B. Baumstamm,-stumpf oder Ast) trifft. Das Gerät wird dabei gegen die Drehrichtung des Werkzeuges zurückgeschleudert. Daher dürfen im Bereich zwischen 12 und 14 Uhr keine Sträucher, Bäumchen oder anderes festes Material (größer 3 cm) geschnitten werden. Das Entfernen von eingezogenem Schnittgut ist nur bei Stillstand des Motors zulässig. Bei Schneidwerkzeugen, die aus mehr als einem Metallteil bestehen, ist das Restrisiko eines Bruchs beim Betrieb höher als bei einteiligen Schneidwerkzeugen. Darüber hinaus besteht eine erhöhte Gefahr für das Wegschleudern von Gegenständen. Solche schlegelartige Metallschneidwerkzeuge sind daher nicht zulässig. Bilder: SVB.

Vor dem Einsatz…

müssen Sie folgende Dinge beachten:

  • Beim erstmaligen Gebrauch eines (neuen) Freischneiders unbedingt die Bedienungsanleitung leisen
  • Verwenden Sie ausschließlich geeignete Schneidwerkzeuge
  • Führen Sie vor eine Sichtkontrolle am Gerät durch
  • Reinigen Sie vor Kühlrippen und Luftfilter
  • Die Schneidwerkzeuge müssen festgezogen und frei von Beschädigungen sein
  • Überprüfen Sie alle Schutzvorrichtungen auf Funktion und Zustand
  • Untersuchen Sie die zu bearbeitende Fläche auf die vorherrschende Vegetation, um das richtige Schneidwerkzeug wählen zu können.

Wie auch bei der Motorsäge müssen Sie bei der Arbeit mit Freischneidern die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen. Diese besteht aus Sicherheitsschuhen, Stichschutzhose, Arbeitsbluse mit Signalfarben, Arbeitshandschuhe, Augen- und Gesichtsschutz, Gehörschutz und Kopfschutz.

Verwenden Sie bei der Arbeit mit dem Freischneider keine Schnittschutzhosen. Stattdessen sollten Sie eine Stichschutzhose tragen.

Arbeitstechnik

Legen Sie den Schultergut so an, dass er stramm sitzt und ein kräfteschonendes, komfortables Arbeiten möglich ist. Vor Arbeitsbeginn muss das Gerät entsprechend ausbalanciert werden.

Der Karabinerhaken soll sich etwa eine Handbreite unter der rechten Hüfte befinden. Beim Schneiden selbst ist auf guten und festen Stand zu achten. Mähen Sie im  unwegsamem Gelände, so müssen Sie mit besonderer Vorsicht arbeiten. Speziell das Mähen von Böschungen birgt durch Ausrutschen eine erhöhte Unfallgefahr.

Achten Sie darauf, dass sie den Freischneider stets mit aufrechtem Körper bedienen, damit die Wirbelsäule nicht übermäßig belastet wird. Mähen Sie in Bahnen mit ca. 1,5 m Breite schrittweise nach vorne. Während der Arbeit sollten Sie immer einen festen Stand haben. Werden größere Flächen gemäht, empfiehlt sich aus arbeitstechnischer und wirtschaftlicher Sicht den Arbeitsfortschritt quadratisch oder in Streifen zu wählen. Bei Arbeiten am Hang führen Sie den Freischneider parallel zum Hang. Beginnen Sie dabei an der Hanguntersteite, wobei Sie den Freischneider von oben nach unten bewegen. Der Arbeitsablauf erfolgt streifenweise entlang der Höhenschichtlinie.

Entscheidend für ergonomisches Arbeiten ist die richtige Einstellung des Doppelschultergurtes. Dabei sollten Sie beachten, das das Gewicht auf beiden Schultern gleichmäßig verteilt ist. Den Anschlaghaken richten Sie so ein, das das Schneidwerkzeug in Schnitthöhe etwa 10 bis 15 cm über dem Boden frei schwebt. Der Armbeugewinkel beträgt etwa 120°.