Brotbaumart Fichte? Ja, aber…

Die Fichte war unbestritten die wichtigste Wirtschaftsbaumart in Mitteleuropa. Doch trifft das angesichts der starken Preisschwankungen überhaupt noch zu? Und wie sieht ihre Zukunft aus?

18 Euro pro Festmeter: Das war der Tiefstpreis für Fichtenholz innerhalb der letzten Holzmarktkrise. Ein Preisverfall der viele Waldbesitzer verzweifeln liess und sie an den Rand der wirtschaftlichen Existenz brachte. Mittlerweile hat isch der Preis kräftig erholt und geht steil nach oben. Allerdings stellt sich die Frage wann es den nächsten Preisverfall geben wird. Denn das dieses hohe NIveau für Fichtenholz anhält ist äußerst unwahrscheinlich und vor allem abhängig von der Witterung: sollten wieder Sommermonate wie 2018 und 2019 vorkommen wird der Fichtenpreis aufgrund der hohen Borkenkäferzahlen erneut fallen.

Aufgrund dieser permanenten Ungewissheit erfüllt die Fichte kaum mehr den Anspruch eine Brotbaumart zu sein: zu schadensanfällig ist die Gebirgsbaumart und die Schadholzpreise bereiten den Waldbauern Kopfzerbrechen. Einige Waldbesitzer hoffen auf bessere Zeiten, doch für viele Regionen sind diese nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil.

Entwicklung des Fichtenpreis. Quelle: LK Österreich.

Gewinner und Verlierer

Unter einer Seehöhe von 800 m hat die Fichtenwirtschaft keine Zukunft, erklärte der Münchner Professor für Waldbau schon letztes Jahr bei einem Symposium. Der Waldbau wird da dem Borkenkäfer überlassen, vielmehr sind standortsgerechte Laubmischwälder nötig. In den Tieflagen gehört die Fichte zu den Verlierern, was sie aber in den Hochlagen – ihrem natürlichem Wuchsgebiet – zum Gewinner werden lässt. Denn auch wenn der Borkenkäfer schon länger auch über 1.000 m zum Schädling wird, ähnliche Massenvermehrungen sind nicht zu erwarten. Werden die Bestände konsequent gepflegt und bewirtschaftet, so werden diese Bestände lukratives Holz produzieren.

Denn die Sägeindustrie ist immer noch überwiegend auf Nadelholz angewiesen. Und geht insgesamt das Angebot zurück, weil die Fichte an Fläche verliert aufgrund der Kalamitäten in den Tieflagen, so wird mittelfristig der Preis wieder kräftig ansteigen. Die Fichte hat also Zukunft. Allerdings nicht überall, und nur dann, wenn gepflegt wird.

Im Gebirgswald wird die Fichte weiterhin die dominierende Holzart bleiben.

Weiterführende Links:

Waldumbau von Monokulturen

Fichte: Brotbaum oder Sorgenkind?

Mischbaumarten für Fichtenbestände