Borkenkäferkiller Dreizehenspecht

Specht

Der Dreizehenspecht ist der wahre Spezialist im Kampf gegen Borkenkäfer. In einer Schweizer Studie wurde ermittelt, dass ein einzelner Specht im Jahr bis zu 670.000 Borkenkäfer vertilgt. Eine Massenvermehrung von Borkenkäfern lockt generell viele Spechtarten an. Aber nur der Dreizehenspecht ist auch in der Lage, seine Population anwachsen zu lassen. Während einer Borkenkäfermassenvermehrung kann auch die Zahl der Dreizehenspecht bis auf das 20fache ansteigen. Der Dreizehenspecht vertilgt aber nicht nur die Borkenkäfer, er sorgt dank seiner Jagdmethode auch dafür, dass die Population indirekt geschwächt wird. Stößt er auf einen nahrungsreichen Baum, kann er diesen innerhalb kürzester Zeit nahezu vollständig schälen. Dadurch werden die Käferbruten widrigen Umwelteinflüssen ausgesetzt und sie sterben zum Beispiel durch Austrocknung oder ungünstige Temperaturen ab. Außerdem befallen Pilze die Brutgalerien. Borkenkäferbrut in abgefallenen Rindenstücken ist am Boden wiederum für andere Vögel oder Kleinsäuger zugänglich.

Wenn die Borke durch die Ablösung von Rindenteilen dünner ist, kann dies zu erhöhter Parasitierung der Borkenkäferlarven führen. Denn so können auch Schlupfwespen mit kurzem Eiablagestachel unter der Rinde liegende Larven parasitieren, die sie bei normal dicker Rinde nicht erreichen würden. Diese indirekten Zerstörungsmechanismen von Borkenkäfern infolge der Hackarbeit von Dreizehenspechten sind noch deutlich grösser als der direkte Verzehr.

Abgestorbene Bäume erhalten

Der Waldbesitzer kann sich die Arbeit des Dreizehenspechts zunutze machen. Voraussetzung dafür ist aber, dass für den Dreizehenspecht das ganze Jahr über ausreichend viel Nahrung zur Verfügung steht. Als Nahrungsbäume bevorzugt der Dreizehenspecht abgestorbene Fichten. Daher macht es Sinn im Falle von Borkenkäferschäden, Bäume, aus denen die Borkenkäfer bereits ausgeflogen sind, stehen zu lassen. Sie stellen aus Sicht des Forstschutzes keine Gefahr mehr dar, sind aber ein wertvolles Substrat für Dreizehenspechte. Auch einzelne stehende starke Fichten mit schlechter Holzqualität können dafür verwendet werden. Ist der Dreizehenspecht zu Beginn einer Massenvermehrung bereits vor Ort, so ist die Bekämpfung effektiver.

Specht
Wie alle Spechtarten ist der Dreizehenspecht auf Totholz angewiesen.