Kronenbeurteilung hinsichtlich des Eschentriebsterben

Das Eschentriebsterben ist nach wie vor eine Gefahr für die Wertholzproduktion. Durch die Kronenbeurteilung lässt sich die Stufe des Befalls nun bestimmen. Foto: FVA BaWÜ.

Die Esche war lange Zeit eine der wichtigsten Laubbaumarten: Auf frischen nährstoffreichen Standorten ist sie wüchsig und ihr Holz erzielte gute Preise. Diese Eigenschaft machte sie sehr beliebt bei Waldbesitzern. Doch dann kam das Eschentriebsterben. Seit etwa 10 Jahren werden die Eschenbestände in ganz Mitteleuropa von dieser Krankheit geplagt. Ausgelöst wird das Absterben der Eschen von einem aus Asien eingeschleppten Pilz: das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus) ist dafür verantwortlich, dass die Esche Zuwachsverluste erleidet und in vielen Fällen auch abstirbt.

Triebe, Zweige und Äste sterben in den Kronen ab, so sieht das typische Befallsbild der Pilzkrankheit aus. Nach mehrjährigem Befall kann sich der Pilz bis in den Stamm ausbreiten. Dann zeigen sich Verfärbungen der Borke (Rindennekrosen) besonders am Stammfuß. Durch das Absterben des Kambiums sterben letztlich ganze Äste oder Kronenteile zurück. Jungpflanzen genauso wie Alteschen können ganz absterben. Die Schäden in den befallenen Beständen sind meistens hoch. Während wirtschaftliche Einbußen durch Zuwachsverluste an Altbäumen noch verkraftbar wären, ist der flächige Ausfall der jüngeren Altersklassen ein großes Problem, welches die nachhaltige Waldwirtschaft mit der Esche insgesamt gefährdet.

Um den Grad des Befalls zu bestimmen, hat die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern des Demonstrationsprojekts FraxForFuture einen Bestimmungsschlüssel entworfen.

Sommerschlüssel Bonitierung Eschentriebsterben.
Winterschlüssel Bonitierung Eschentriebsterben.

Quelle der Grafiken:

Peters, S.; Langer, G.; Kätzel, R. (2021): Eschentriebsterben – Kriterien zur
Schadensbonitur an Eschen. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.
(FNR), Gülzow-Prüzen, 60 Seiten, ISBN-Nr.: 978-3-942147-44-6.