Waldmanagement

Ein wenig Planung ist auch beim Waldmanagement notwendig. Foto: Nik svoboden.

Haben Sie sich bereits ein wenig mit Ihrem Wald beschäftigt, so haben Sie wohl schon Begriffe vernommen unter denen Sie sich wenig vorstellen können oder die sehr abstrakt klingen wie Waldbau, Forsttechnik oder Forstschutz. Deshalb geben Ihnen die folgenden Zeilen einen groben Überblick, was hinter den jeweiligen Themen steckt.

Waldbau

Der Waldbau beschäftigt sich mit der Aufzucht, der Pflege, der Verjüngung und der Ernte des Waldes. Der Waldbau ist das Gegenstück zum Ackerbau in der Landwirtschaft. Wie der Bauer muss der Waldbesitzer sich entscheiden, mit welchen Pflanzen er wirtschaften möchte, wie er diese pflegen und ernten will. Im Gegensatz zum Bauern, der diese Entscheidung jedes Jahr aufs Neue trifft und daher viel flexibler ist bei seiner Entscheidung, sollten waldbauliche Entscheidungen gut überlegt sein, denn zwischen Aufforstung und Ernte eines Waldes liegen viele Jahre. Natürlich sind falsch getroffene Entscheidungen umkehrbar, aber das kostet Zeit, Geld und Arbeit. Eine der wichtigsten Entscheidungen im Waldbau ist die Baumartenwahl: Lange Zeit haben es sich in Mitteleuropa viele Waldbesitzer sehr einfach gemacht bei dieser äußerst zentralen Frage und einfach auf die Fichte, den Brotbaum der Forstwirtschaft, gesetzt. Rein aus wirtschaftlicher Sicht macht es Sinn, die Fichte ist genügsam, wächst auf vielen Standorten und produziert mehr Holz als die meisten anderen heimischen Baumarten. Sie ist aber auch wesentlich anfälliger gegenüber Schädlingen. Die riesigen Probleme die es aktuell mit Borkenkäfern gibt, sind zum Teil hausgemacht. Dabei gibt es in Mitteleuropa eine breite Palette an Baumarten, man hat als Waldbesitzer fast die Qual der Wahl. Eine Hilfestellung welche Bäume gepflanzt werden sollen geben Ihnen die natürlichen Waldgesellschaften.

Buchenwald im Herbst. Foto: BMNT/Manhart

Apropos pflanzen: Als Waldbesitzer müssen sie nicht automatisch jedes Frühjahr junge Bäume in den Waldboden bringen. Die Waldverjüngung ist ein zentrales Thema des Waldbaus. Aber nicht in jedem Wald muss die Verjüngung gefördert werden, oft reicht es, der Natur zu vertrauen und die Naturverjüngung zu nutzen. Unverzichtbar ist aber die Waldpflege, und das gilt vor allem für junge Bestände. Je früher man damit beginnt seinen Wald zu pflegen, umso stabiler und produktiver wird er. Diese Pflegeeingriffe sind bei Waldbesitzern oft sehr unbeliebt, da sie vor allem in Jungbeständen kaum Geld einbringen, sie sind aber die Grundlage für einen stabilen und gesunden Wald der wertvolles Holz produziert.

Mit der Wahl des Waldbausystems schließlich entscheidet der Waldbesitzer wie er seinen Wald ernten will und wie er die Verjüngung einleitet. Die klassische Form ist immer noch der Kahlschlag: auf der gesamten Waldfläche werden alle Bäume gefällt und anschließend wird aufgeforstet. Auch wenn diese Methode sehr verbreitet ist, bringt sie einige Nachteile mit sich, weshalb die Forstwissenschaft eine Reihe von Waldbausystemen entwickelt hat, mit deren Hilfe sich das natürliche Waldgefüge besser erhalten lässt.

Forsttechnik

Dient der Waldbau der Planung im Wald, so ist die Forsttechnik die praktische Umsetzung. Ob Durchforstung oder Kahlschlag, ohne den Einsatz von Motorsäge und Forstmaschinen bleibt der Waldbau nur reine Theorie. In der Forsttechnik geht es also um die praktische Arbeit im Wald. Diese kann sehr erfüllend sein und macht vielen Menschen Spaß, sie ist aber auch eine der gefährlichsten Tätigkeiten überhaupt. Daher finden Sie im Kapitel Waldarbeit & Mensch alle Informationen zur schonenden und sicheren Arbeit im Wald. Unter dem Menüpunkt Holzernte wird anschaulich und ausführlich erklärt, wie ein Baum gefällt wird und wie man dabei richtig vorgeht. Doch alle Theorie bleibt grau: Bevor sie sich entschließen einen Baum per Motorsäge zu fällen sollten Sie unbedingt einen Motorsägekurs besuchen.

Für den Einsatz der Motorsäge braucht es Kenntnisse und Übung.

Ist der Baum gefällt, so gilt es das Holz aus dem Wald zu transportieren, womit sich die Bringung beschäftigt. Auch der Lagerung soll genug Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn Holz welches Jahrzehnte benötigt hat um heranzuwachsen soll nicht innerhalb einiger Wochen entwertet werden durch vermeidbare Fehler bei der Lagerung. Damit das Holz aber überhaupt an den Lagerplatz transportiert werden kann, benötigt es die Erschließung im Wald in Form von Forststraßen, Rückewegen und Seiltrassen. Welche Forstmaschinen in der modernen Forstwirtschaft zur Verfügung stehen, sowie ihre Funktion und ihre Einsatzplanung, darüber finden Sie im großen Menüpunkt Forstmaschinen Auskunft. Wem das alles zu kompliziert ist und wer die Holzernte lieber an einen forstlichen Lohnunternehmer vergeben möchte, der findet hier Tipps für die Auswahl des geeigneten Dienstleisters.

Waldökologie

Die Waldökologie ist wohl das umfassendste Fachgebiet innerhalb der Forstwissenschaft: von der Bodenbildung bis zum Einfluss von der Holzernte auf das Waldökosystem reicht ihr Umfang. Um den privaten Waldbesitzer nicht mit zu viel an Informationen zu überfordern, wurde das Kapitel Waldökologie in die drei wichtigsten Teilbereiche eingeteilt, die auch die Forstpraxis am meisten betreffen.

Wälder sind eine dauernde Mischung aus Werden und Vergehen. Foto: Lazarek/shutterstock

Die Standortskunde gibt Auskunft darüber, wie produktiv der jeweilige Waldstandort ist und wie man diverse Standortsparameter auf einfache Art und Weise bestimmen kann. In Kombination mit den natürlichen Waldgesellschaften erhält der Waldbesitzer somit die notwendigen Informationen, die er für seine waldbaulichen Entscheidungen benötigt. Im Ökosystem Wald werden die wichtigsten und für den Waldbesitzer bedeutendsten ökologischen Prozesse erläutert.

Forstschutz

Der Forstschutz schließlich ist ein relativ junger Zweig innerhalb der Forstwissenschaft: notwendig wurde er erst durch diverse Bewirtschaftungsfehler. Monokulturen, falsche Baumartenwahl an ungeeigneten Standorten und mangelnde Pflege führten und führen dazu, dass eine ganze Reihe von Schädlingen sich an Bäumen jeden Alters laben. Den meisten von ihnen ist aber mit einer vernünftigen Bewirtschaftung Herr zu werden, denn nach wie vor gilt: Der beste Forstschutz ist ein guter Waldbau. Neben Borkenkäfern, Pilzen und Rehen können auch Wetterphänomene wie Wind, Frost und Hochwasser den Wald schädigen. Aber auch hier gibt es Strategien die Schäden zu vermeiden bzw. ihre Auswirkungen zu vermindern. Die richtigen Tipps für stark geschädigte Bestände finden Sie im Artikel Windwurf – und was nun?