Schützen Sie Ihren Wald

Waldsterben

Borkenkäfer, Wildverbiss, Brandgefahr: Die Gefahren für den Wald nehmen zu. Daher gilt es den Winter zur Schadensabwehr zu nutzen.

Der Winter gilt als die stille Jahreszeit. Das gilt auch für Schadinsekten wie die Borkenkäfer. Die kalten Monate überleben Buchdrucker und Kupferstecher in der Winterstarre im Boden – oder im Fall der Larven unter der Borke. Daher macht es für Waldbesitzer durchaus Sinn auch in den Wintermonaten nach Borkenkäfern und deren Spuren zu suchen. In sehr warmen Jahren legen die Weibchen zu Beginn des Herbstes eine dritte Brut an, die sogenannte Geschisterbrut. Ist die Witterung im Herbst kühl, so können sich die späten Bruten nicht vollständig entwicklen. Larven, Puppen und Jungkäfer überwintern in ihren Brutstätten unterhalb der Borke befallener Bäume. Die Altkäfer hingegen finden im Boden Schutz vor der Kälte. Die Käfer zeichnen sich durch eine große Winterfestigkeit aus, indem sie bereits ab Herbst in relativ hohen Konzentrationen Äthylenglykol produzieren. Larven und Puppen sind dagegen weniger winterhart. In Tieflagen sowie in Bergregionen mit milden Wintern können die späten Bruten aber überleben. Damit sie sich vollständig entwickeln können benötigen sie eine Lufttemperatur von mindestens 10 °C. In gefährdeten Regionen kann dem Waldbesitzer der Blick auf das Thermometer Auskunft geben, wie groß die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Winterbrut ist. Fallen die Temperaturen bereits im Herbst zeitweise unter 10 °C, und gibt in den darauffolgenden Wochen häufig Frost, werden nur wenige Larven und Puppen sich vollständig ausbilden. Ende März ist die Entwicklung abgeschlossen und die Käfer beginnen mit ihrem Schwärmflug sobald die Temperatur 16 °C erreicht. Finden Sie aber befallene Bäume die als Winterquartier dienen rechtzeitig, so können Sie einen Teil der Population unschädlich machen, noch bevor diese ausschwärmt. Die Suche soll sich auf Stellen konzentrieren, in denen eine ungezügelte Massenvermehrung begünstigt wird. Dafür in Frage kommen besonders vorjährige Befallsherde sowie südexponierte, warme Bestandesränder. In den Herbst- und Wintermonaten können die befallenen Bäume erkannt werden an:

– Einbohrlöchern,

– Spechtabschlägen

– abgefallene, verfärbte Nadeln,

– rötliche Verfärbung der Krone,

– Abfall der Rinde bei noch grüner Krone.

Fichten mit solchen Warnzeichen müssen Sie schleunigst schlägern und aus dem Wald abtransportieren. Damit die Bekämpfung erfolgreich ist, müssen die Stämme vor Anfang April aus dem Wald gebracht werden, so dass die Jungkäfer den Baum nicht mehr verlassen können.

Fichtenschaden
Abfallende Rindenstücke sind ein deutliches Zeichen für den Borkenkäferbefall.

Wildschaden

Die neuesten Zahlen des Wildeinflussmonitorings zeigen, dass in vielen Regionen eine Verjüngung ohne Schutzmaßnahmen nicht möglich ist. Welche Schutzmaßnahme am effektivsten ist, hängt auch von der Verjüngungsart und dem vorherrschenden Wilddruck ab.

Vor allem bei Laubholz eignet sich der Zaun. Dabei muss die zu schützende Fläche aber eine Mindestgröße haben, ansonsten wird der Zaunbau unrentabel: zumindest eine Fläche von einem halben Hektar sollte geschützt werden. Der Zaun hilft nicht nur gegen Verbiss, sondern schützt auch vor Fegen und Schälschäden. Je nach Zauntyp lässt sich nicht nur vor Reh- und Rotwild schützen, sondern auch gegen Hasen und Kaninchen. Deshalb ist vor dem Bau des Zauns auch unbedingt abzuklären, welches Wildtier die Schäden verursacht: Hat man in der Kultur ein Verbissproblem, das durch Mäuse verursacht wird, hilft die Einzäunung wenig.

Im Gegensatz zum Flächenschutz wird beim Einzelschutz jede Pflanze separat geschützt. Dabei wird der Trieb oder die gesamte Pflanze vor Verbiss geschützt. Hierfür gibt es mechanische und chemische Verfahren. Beim mechanischen Schutz wird entweder die Triebknospe oder die gesamte Pflanze geschützt. Beim Gesamtschutz werden Wuchshüllen und Drahthosen eingesetzt. Diese Schutzmethode hilft nicht nur vor Verbiss sondern auch vor Fegeschäden. Drahthosen sind schwierig aufzubauen und müssen auch wieder von der Pflanze entfernt werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Drahtgeflecht in das Holz einwächst, wenn es nicht rechtzeitig entfernt wird, was zur Holzentwertung führt. Moderne Wuchshüllen zersetzen sich durch die UV-Strahlung der Sonne.Das Ausstreichen von diversen Pflanzenschutzmitteln ist eine äußerst aufwendige Schutzmaßnahme, da sie möglicherweise im Frühjahr wiederholt werden muss. Besonders bei nasser Witterung stoßen die Streichmittel bald an ihre Grenzen und müssen erneut aufgebracht werden.

Egal für welche Methode man sich als Waldbesitzer entscheidet: ganz wesentlich für den Erfolg ist die laufende Kontrolle der Schutzmaßnahmen. Zäune müssen laufend auf eventuelle Schwachstellen überprüft werden. Schnee und herabfallende Äste können den Zaun beschädigen. Das Wild nutzt solche Eintrittspforten relativ rasch, weshalb nach starkem Schneefall sowie Stürmen unbedingt eine Kontrolle des Zauns notwendig ist. Beim Einzelschutz gilt es auch zu kontrollieren, ob die Schutzmaßnahmen (Verbisskappen, Wuchshüllen) die Jungpflanze nicht am Wachstum hindern.

Die Fichte profitiert vom Wildverbiss insfoern, als sie weniger gern angenommen wird als andere Baumarten. Bei starkem Wilddruck ist aber auch die Fichte gefährdet.

Unterschätzte Gefahr Waldbrand

Lange Zeit spielte Waldbrand kaum eine Rolle. Durch den Klimawandel hat sich das aber in den letzten Jahren gewandelt. Entscheidender als hohe Temperaturen ist für den Ausbruch eines Waldbrandes der Mangel an Feuchtigkeit. Längere Perioden ohne Niederschlag trocknen speziell Gräser aus und werden zum Ausgangspunkt eines Feuers. Aber auch die Ansammlung trockener Streu – wie es für Kieferbestände typisch ist – führt zu Waldbränden. Daher kann es auch in Wintermonaten, wo es keinen Niederschlag gibt, zu brennen beginnen. In Wäldern, wo seit mehreren Wochen kein Regen mehr gefallen ist, kann bereits eine Zigarette reichen, um einen Waldbrand auszulösen.

Für den bäuerlichen Waldbesitzer stellt sich die Frage, ob und wie sehr sein Waldbesitz von Waldbränden gefährdet ist. Generell kann bei extremen Wetterverhältnissen selbst in Auwäldern eine Waldbrandgefahr nicht ausgeschlossen werden, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering bzw. müssten besondere Umstände vorhanden sein. Aus der Erfahrung der bisherigen Waldbrände lassen sich Parameter feststellen, die entscheidend sind für das Waldbrandrisiko.

  • Die Region: In Deutschland ist Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt besonders gefährdet. In Österreich brennt es am häufigsten im Inntal, im Südosten Niederösterreichs, der Obersteiermark sowie im Süden Kärntens.
  • Die Jahreszeit: Die meisten Waldbrände finden zwischen März und Mai statt, danach folgt Juli und August. Am geringsten ist die Waldbrandgefahr zwischen November bis Februar.
  • Den Bestandeszustand: Nadelholz brennt leichter und schneller als Laubholz, Monokulturen besser als Mischbestände, dicht bestockte Bestände stärker als aufgelichtete.
  • Die Bodenvegetation: Große, grüne Blätter brennen äußerst schlecht, ebenso wie dicke Moosauflagen die viel Wasser enthalten. Ganz anders stellt sich die Situation dar bei dürrem Gras und trockenem Reisig, die ein exzellentes Substrat für Waldbrände darstellen. Dasselbe gilt für dürren Farn, Heidekraut, Preisel- und Heidelbeere.
  • Und die aktuelle Witterung: Lange Dürreperioden mit hohen Lufttemperaturen und trockenen Winden lassen selbst in Wäldern, die sonst kaum von Waldbränden gefährdet sind, das Risiko stark ansteigen

Am meisten gefährdet sind also Nadelholzmonokulturen in Tieflagen. Vielen Waldbesitzern ist dieses Risiko noch nicht ausreichend bewusst. Vermindert wird das Waldbrandrisiko durch ein absolutes Rauchverbot und dem Entfernen von Reisig. Hilfreich sind auch Sandhaufen, die im Brandfall als erstes Löschmittel dienen bis die Feuerwehr eintrifft.

Waldbrand
Waldbrandgefährdete Gebiete müssen permanent überwacht werden.