Lagen bis der Holzpreis wieder stimmt

Die großen Schadholzmengen haben den Rundholzpreis stark nach unten gedrückt. In manchen Regionen ist der Preisverfall immens. Es gibt aber Möglichkeiten, wie man Holz ohne Wertverlust für bessere Zeiten aufspart.

Holzlager sind vor allem da, um den Abtransport durch Lkws zu erleichtern. Lagerzeiten über mehrere Monate sind eigentlich nicht angedacht, weil das Holz durch Schädlinge an Wert verliert. Nach Stürmen fällt die Holzvermarktung schwer, wenn Holz überhaupt abgenommen wird, dann zu äußerst unattraktiven Preisen. Aus dieser Erfahrung heraus wurden Methoden der Holzkonservierung entwickelt, die es erlauben Holz über längere Zeit und ohne Wertverlust zu lagern. Die modernste davon und auch für Kleinwaldbesitzer umsetzbar ist die Folienlagerung.

Als ersten Schritt wird das zu lagernde Holz oben und unten mit der Folie umhüllt.

Das Produkt Holz schützen

Am Ende der Einschlagsaison blickt der Waldbesitzer stolz auf die gefällten Stämme. Ein letzter Arbeitsschritt bleibt aber noch über: die Holzlagerung. Ihr muss vor allem deswegen Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit das Produkt Holz, das jahrzehntelang gewachsen ist, nicht kurz vor dem Holzverkauf durch Insekten oder Pilze noch an Wert verliert. Zudem sorgt der Waldbesitzer durch einen korrekten Polteraufbau für Arbeitssicherheit und einen effizienten Abtransport.

Bereits bei der Aufarbeitung des Holzes beginnt dessen Alterungsprozess. Dieser besteht zunächst im Feuchtigkeitsverlust des Holzes. Mit sinkender Holzfeuchte wird das Holz anfällig für Schädlinge, wie Insekten sowie verschiedene Pilze. Diese verursachen zunächst Verfärbungen, später auch mechanische Schäden am Holz. Im schlimmsten Fall – bei unsachgemäßer Lagerung über längere Zeiträume – können Insekten und Pilze das Holz vollständig entwerten.

Anschliessend werden beide Folienteile miteinander verschweisst.

Das Holz einwickeln

Die Folienlagerung beruht auf dem Prinzip des Luftabschlusses nach außen. Das Holz deckt man mit UV-beständige Polyäthylenfolie (Silofolie) ab. Beim Baden-Württembergischem Verfahren wird das Holz luftdicht eingeschweißt und damit in möglichst sauerstofffreier Atmosphäre gelagert. Dazu wird sowohl auf dem Boden unter dem Holz als auch über dem Holz eine doppellagige Folie ausgebreitet. Beide Folien werden miteinander verschweißt. Natürliche Prozesse wie Atmung und Gärung reduzieren den Sauerstoffgehalt gegen 0 % und erneuter Luftzutritt findet nicht statt. Dieses Verfahren wurde bisher für Fichte, Tanne, Kiefer, Buche, Bergahorn, Esche und Birke getestet. Das Holz muss in jedem Fall frisch sein. Bei ungestörter Konservierung treten auch nach längerer Lagerdauer keine oder kaum Qualitätsverluste auf. Das Schweizer Verfahren verzichtet auf eine Bodenfolie. Der Schutzeffekt beruft darauf, dass verpackte Holz durch den Luftabschluss permanent feucht zu halten. Deshalb eignet sich nur absolut frisches Holz für die Einlagerung. Erfahrungen gibt es beim Schweizer Verfahren bisher nur bei Fichtenholz. Beide Verfahren sind aufgrund des hohen Logistikaufwandes nur für große Holzmengen geeignet. Nachteilig wirken sich die relativ hohen Kosten und die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen aus. Schon alleine wegen der Kosten sollte eigentlich nur Rundholz mit guter Qualität verpackt werden. Die bisherigen Berichte weisen gute Erfolge bei der Erhaltung der Holzqualität aus. Durch Borkenkäfer befallenes Holz kann durch Folienlagerung im Wald belassen werden ohne dass es nötig ist die Stämme zu entrinden oder mit Pestiziden zu behandeln. Untersuchungen an verpacktem, vom Borkenkäfer befallenen Holz haben gezeigt, dass nach einigen Wochen keine lebenden Tiere im Paket zu finden waren. Die Kosten liegen ja nach Verpackungsumfang zwischen 9 Euro (bei Größen ab 5.000 fm), bei kleineren Mengen bei bis zu 15 Euro pro Festmeter. Bisher liegen für Nadelholz positive Ergebnisse für eine vierjährige Verpackungsdauer, bei Laubholz für eine zweijährige Verpackungsdauer vor.

Aufgrund der anfallenden Kosten empfiehlt sich:

– Nur waldfrisches, qualitativ hochwertiges Holz einzulagern

– Die Folienlagerung gemeinschaftlich durchzuführen

– Die Folierung durch forstliche Dienstleister bzw. geschultes Personal vornehmen zu lassen

– Rasche Verarbeitung nach dem Öffnen

Rund um die Folien empfiehlt es sich auch Ansitzwarten für Greifvögel anzulegen, da die größte Gefahr für die Folienlagerung der Mäuseverbiss ist.

Auf diesem Lagerplatz in Tschechien sind rund 25.000 fm in Folie gelagert.