Ist Geld allein die Lösung?

Geld

BM Klöckner stellt in den nächsten 4 Jahren insgesamt 800 Millionen für den Waldumbau zur Verfügung. Doch reichen finanzielle Förderungen aus im Kampf gegen den Klimawandel?  Ein groß angelegtes, nachhaltiges Wiederaufforstungs- und Anpassungsprogramm mit standortangepassten Bäumen für robuste Mischwälder – dafür setzt sich Bundesministerin Klöckner ein. Die zusätzlichen Mittel, um den Waldumbau voranzutreiben und ihn als Klimaschützer zu erhalten, werden aus dem Klimaschutzprogramm 2030 kommen. Diese Mittel sollen 547 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren betragen, so der aktuelle Stand der Beratungen. Mit der Co-Finanzierung der Länder werden es rund 800 Millionen sein. Klöckner betonte, dass es in Deutschland sehr viele kleinstteilige Waldbesitzerstrukturen gebe, die dringend finanzielle Unterstützung benötigten. Es stellt sich allerdings die Frage, ob Geld allein die Lösung ist. Wie so oft bei politischen Ankündigungen wurde auch hier verabsäumt klarzustellen, wofür die Mittel eingesetzt werden sollen. Selbst die Summe von 800 Millionen Euro Fördermittel relativiert sich schnell, wenn man bedenkt das allein dieses Jahr 180.000 ha Schadflächen in Deutschland entstanden sind. Da es sich um ein vierjähriges Programm handelt sind somit 200 Millionen Euro pro Jahr verfügbar. Rechnet man das um auf einen ha Schadfläche ergibt das lediglich etwas über 1.100 Euro – das deckt nicht mal die Kosten für das Pflanzenmaterial von 1 ha Schadfläche.

Waldsterben
Politik, Behörden, Waldbesitzer und Forstleute entscheiden mit ihrem Handeln darüber ob Wälder in Zukunft schwer gestörte Ökosysteme sind…

Neue Konzepte & mehr Forstpersonal 

Geld allein wird den vielen kleinen Waldbesitzern auch kaum eine Hilfe sein. Was viele von ihnen vielmehr brauchen ist die Unterstützung insbesondere bei der Baumartenwahl und den Aufforstungsaktivitäten. Gerade die Baumartenwahl ist eine entscheidende Frage, wenn es darum geht klimafitte Wälder für die Zukunft aufzubauen – die Fichte mit etwas Douglasie und Tanne zu mischen wird nur für die wenigsten Flächen das richtige Mittel sein.  Und auch bei der Aufforstung wird es notwendig sein, neue Trends zu beachten und einzuhalten: So wird gerade auf größeren Schad- und Schlagflächen ein Vorwald nötig zu sein um den Trockenstreß für die Jungpflanzen zu minimieren. Zukünftig wird auch mehr im Herbst gepflanzt werden anstatt wie bisher im Frühjahr. Und nicht zuletzt sollte man vermehrt – auch im Kleinwald – auf die Naturverjüngung vertrauen.  Für all diese Maßnahmen werden die rund 2 Millionen Waldbesitzer viel Unterstützung benötigen. Dazu wird es aber notwendig sein wieder vermehrt Personal einzustellen. Laut dem Bund Deutscher Forstleute (BDF) wurden in den letzten Jahren bis zu 50 % (!!) der Förster eingespart. Eine Korrektur dieses Personalkahlschlags im forstlichen Bereich ist daher dringend notwendig, insbesondere unter dem Gesichtspunkt das Wälder der wichtigste und billigste Schutz gegenüber Naturkatastrophen sind – und diese werden durch den Klimawandel verstärkt auftreten.

Mischwald
…oder produktive Lebensräume, die vor Witterungsextremen schützen und den nachwachsenden Rohstoff Holz produzieren.