Zehn Maßnahmen zur Erhaltung einer nachhaltigen Forstwirtschaft

Waldschaden

Die Land&Forst Betriebe stellen den Aktionsplan “Zukunft Wald” vor. Dieser Plan enthält zehn konkrete Maßnahmen, die in der kommenden Legislaturperiode von der Bundesregierung umgesetzt werden sollen.

“Die heimische Forstwirtschaft befindet sich bereits seit mehreren Jahren in einer sehr kritischen Situation. Der Klimawandel mit seinen Extremwetterverhältnissen, die daraus resultierenden hohen Schadholzmengen und die damit verbundene Marktsituation bringen unsere nachhaltig arbeitenden Forstbetriebe in Gefahr. Zusätzlich zur angespannten Situation wird von verschiedenen Seiten Druck auf die heimischen Waldbesitzer ausgeübt. Es wird heute eine Vielzahl von Leistungen durch die heimischen Wälder erbracht – für die Umwelt, die Wirtschaft, die Gesellschaft und das Klima. Für die Aufrechterhaltung der vielfältigen Waldleistungen braucht die heimische Forstwirtschaft daher dringend Unterstützung”, begründet Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, den Aktionsplans “Zukunft Wald” fest.

“Dieser Aktionsplan basiert auf drei Säulen: Klimaschutz, aktive Waldbewirtschaftung und Bioökonomie. Alle drei Faktoren greifen ineinander und bedingen einander”, erläutert der Präsident. “Wir benötigen vor allem eine Energiewende und die Forcierung von Ökostrom, denn die Zukunft heißt Bioökonomie. Holz ist der Werk- und Baustoff der Zukunft und hat viel Potenzial im mehrgeschossigen Wohnbau. Wir brauchen Forschungsinitiativen für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Das betrifft die Züchtung, die Baumartenwahl, aber auch die Bekämpfung von Schädlingen. Und statt nationalstaatlichem Denken brauchen wir eine EU-weite Diskussion, vor allem im Hinblick auf die Bekämpfung von Schadorganismen, denn ein Borkenkäfer kennt keine Staatsgrenzen”, fasst Montecuccoli die wichtigsten Forderungen zusammen.

Einige Punkte des Aktionsplans stehen schon längere Zeit auf der Agenda des gesamten Sektors. So soll unter dem Motto “Holz nützen, Klima schützen” Holz als Werk- und Baustoff dringend forciert werden. “Es ist aber hier nicht nur der Staat gefragt, auch die Gesellschaft muss mithelfen, den Klimawandel zu bremsen. Das bedeutet für jeden Einzelnen: auf heimische Rohstoffe wie Holz setzen, Holzbau forcieren, erneuerbare Energie aus Wind, Sonne und Biomasse nutzen und Müll vermeiden. Das alles kostet natürlich etwas, aber es ist ein Beitrag für eine lebensfähige Zukunft unserer Gesellschaft”, so Montecuccoli.

Aktionsplan
Quelle: Land&Forst Betriebe Österreich.

Aktionsplan Zukunft Wald
„zur Erhaltung einer nachhaltigen Forstwirtschaft“

für die Gesetzgebungsperiode 2019 bis 2024

Ein grundsätzliches Bekenntnis zu einer aktiven und nachhaltigen Waldbewirtschaftung, zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel als auch zu den multifunktionalen Anforderungen von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft ist notwendig. Eine entsprechende Unterstützung muss daher die Kernaufgabe einer künftigen Bundesregierung in folgenden zehn Schwerpunktbereichen sein:

  • Radikale Energiewende
    Weg von fossilen, hin zu erneuerbaren Energiequellen
  • Bioökonomie jetzt umsetzen
    Substitution, Kreislaufwirtschaft und Umdenken in der Gesellschaft
  • Klimaschutz durch Holzbau
    Verstärkter Einsatz von Holz als Werk- und Baustoff
  • Forschungsinitiativefür klimafitte Wälder
  • Aktive Bekämpfungsstrategiengegen Schadorganismen
  • EU-Koordinationbei der Bekämpfung von Schadorganismen
  • Mehr Freiraum für innovative Waldwirtschaft
  • Sicherung und Stärkung von Eigentum
  • Steuerliche Entlastungfür nachhaltige Forstwirtschaft
  • Unterstützung und Fördermittel erhöhen

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit sowie Verantwortung zu schaffen.

Waldarbeit
Die Waldbesitzer müssen verstärkt bei der immer schwieriger werdenden Waldbewirtschaftung unterstützt werden. Foto: Alexander Haiden/BMNT.