Helilogging: Hochmoderne Forsttechnik oder Klimasünde?

Hubschrauber

Mit dem Hubschrauber lässt sich Holz auch aus den extremsten Lagen rasch und effizient abtransportieren. In Zeiten des Klimawandels sollte dies aber trotzdem die Ausnahme bleiben.

Hubschrauber
Pilot und Lademannschaft müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Fotos: Rotex Helicopter

Die Vorteile der Holzbringung mit dem Hubschrauber liegen auf der Hand: Es sind keine Erschliessungsstrassen nötig, es müssen keine Schneisen für Seilkrananlagen geschlagen werden, der Einsatz kann punktuell erfolgen und die Leistung von bis zu 600 m3 pro Tag übersteigt jene einer Seilkrananlage um ein Vielfaches. Im Alpenraum hat sich der Einsatz des K-Max-Helikopters bestens bewährt. Dieses Fluggerät wurde in Amerika entwickelt und ist als 1-Plätzer ein reiner Transporthelikopter. Wo für Kleinhelikopter die Bäume oft mehrmals zerkleinert werden müssen und Grosshelikopter im Gegenzug nur schlecht ausgelastet werden können, ist der K-Max mit einer Nutzlast von bis zu 2722 kg geradezu prädestiniert für diese Aufgabe.

Das A und O für einen reibungslosen Ablauf ist eine perfekte Vorbereitung. Bereits eine saubere Ausführung der Holzereiarbeiten trägt zu einem optimalen Helikoptereinsatz bei. Die Fällrichtung sollte grundsätzlich quer zum Hang sein. Um eine optimale Auslastung zu erreichen, können die Angaben auf der Walzertafel sehr hilfreich sein. Viele helierfahrene Forstbetriebe und Unternehmer setzen während der Holzfällarbeiten oftmals eine Seilwinde wie zum Beispiel den Waldrapp ein. Um das fortlaufende Anbringen der Stahlseile während des Flugbetriebes nicht unnötig zu erschweren, ist es von Vorteil, wenn das Holz nicht von Ästen verdeckt wird. Ist der Helikopter einmal in der Luft, muss alles rund laufen. Der Einsatz von zwei bis drei Mannschaften im Wald garantiert, dass es zu keinen Unterbrüchen kommt und alle genügend Zeit haben, um ihre Lasten vorzubereiten. Die Kommunikation zwischen Pilot und Bodenpersonal erfolgt über Funk. Knappe, aber klare Befehle reichen aus, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Hat der Pilot die Last abgehoben, dirigiert er sein Arbeitsgerät gekonnt Richtung Abladeplatz. Dort angekommen, wird er ebenfalls über Funk eingewiesen. Um unnötigen Zeitverlust beim Ablegen zu verhindern, ist in den meisten Fällen ein Bagger oder Forstschlepper mit einer Holzzange auf Platz, mit dem das Holz sauber gestapelt wird (Abb. 4). So ist es möglich, auch bei engen Platzverhältnissen viel Holz auf dem gleichen Platz abzulegen Ein weiterer Vorteil von sauber gestapeltem Holz auf dem Abladeplatz zeigt sich spätestens beim Aufrüsten: Ohne Probleme lässt sich Stamm für Stamm verarbeiten.

Klimaschutz und Hellogging – ein Widerspruch?

Oftmals argumentieren die Gegner von Hubschraubereinsätzen mit der Umweltbelastung. Der Kerosinverbrauch liegt aber bei nur 300 l/Std., was für Helikopter sehr effizient ist. Zudem braucht es beim Holztransport mit dem Helikopter keine Schneisen für Strassen und Seilbahnen. Trotzdem sollte der Einsatz sich auf Einzelfälle beschränken, in Wäldern die noch über gar keine Erschließung verfügen stellt sich ohnehin die Frage ob diese nicht komplett aus der Nutzung genommen werden sollen angesichts der sehr geringen Anzahl solcher Wälder in Mitteleuropa.

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Der Grapple ermöglicht es dem Piloten, Bäume ohne fremde Hilfe aufzunehmen.