Forstliche News im Juli

Ö: Waldfonds für klimafitte Waldwirtschaft/Forschungsoffensive FraxForFuture soll die Esche retten/NRW fördert Waldbesitzer bei “Extremwetterlagen”

Ö: Waldfonds für klimafitte Waldwirtschaft

Rund 62 Prozent der gesamten österreichischen Holzernte waren 2019 auf Schadholz zurückzuführen. 2020 werden aufgrund der Trockenheit ähnliche Schadholzmengen befürchtet. Durch die Corona-Pandemie ist zusätzlich die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz eingebrochen und auch die Exporte in traditionelle Märkte wie z.B. Italien sind massiv zurückgegangen. Das Investitionspaket der Bundesregierung bestehend aus Investitionsanreizen zur Wiederaufforstung, Abgeltung von Borkenkäferschäden und ein großer Schwerpunkt in Forschung und Entwicklung wird die Forstwirtschaft in dieser schwierigen Situation unterstützen. Das Maßnahmenpaket für die österreichische Forstwirtschaft mit einem Investitionsvolumen in der Höhe von 350 Millionen Euro ist eines der größten der letzten Jahre für die heimischen Wälder.

Details finden Sie hier.

Mischwald
Produktive und standortstaugliche Mischwälder sollen mit Hilfe des Waldfonds aufgebaut werden.

Forschungsoffensive FraxForFuture soll die Esche retten

Bundesweit nehmen für FraxForFuture zwischen dem 1. Juli 2020 und dem 1. Januar 2021 fünf Forschungsverbünde in 27 Teilprojekten ihre Arbeit auf. Erstmals in Deutschland werden projektübergreifend sämtliche relevanten Fachdisziplinen eingebunden. In enger Abstimmung bearbeiten Wissenschaftler und Praktiker Aspekte des Monitorings, der Genetik und Züchtung, der Phytopathologie, des Forstschutzes und des Waldbaus. Gemeinschaftliches Ziel ist die Entwicklung praktikabler Lösungen zum Erhalt der bestandsbedrohten Esche (Fraxinus excelsior) als bedeutende Ökosystem- und Wirtschaftsbaumart. Aus den Erkenntnissen werden Strategien für die forstliche Praxis zu Anbau, Behandlung und Bewirtschaftung der Esche und zum Umgang mit dem sich rasch ausbreitenden Erreger des Eschentriebsterbens entwickelt. Auslöser für den drastischen Rückgang der Eschenvorkommen in hiesigen Mischwäldern seit 2002 ist der Schlauchpilz Eschenstengel-Becherchen (Hymenoscyphus fraxineus). Befallene Eschen gehen nach Absterbeerscheinungen an Trieben und Stammfuß und nachfolgendem Schädlingsbefall binnen weniger Jahre zugrunde.

Details zu den Forschungsvorhaben.

Durch das Eschentriebsterben abgestorbene Esche. Foto: NW-FVA.

NRW fördert Waldbesitzer bei “Extremwetterlagen”

Zur Unterstützung bei der Schadensbewältigung im Wald und der Wiederbewaldung hat das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen die Förderangebote der Extremwetter-Richtlinie deutlich erweitert. Fortan werden über die Richtlinie Extremwetterfolgen auch Maßnahmen zur Wiederaufforstung, zur bestands- und bodenschonenden Flächenräumung sowie zur Aufarbeitung abgestorbener Nadelbäume gefördert. Zudem wird der jährliche Förderhöchstbetrag je Zuwendungsempfänger auf jetzt 30.000 Euro verdoppelt. Entsprechende Förderanträge können damit ab sofort beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW eingereicht werden. Neu aufgenommen wurden in die Richtlinie Extremwetterfolgen insbesondere Maßnahmen zur Wiederaufforstung der Nadelwald-Schadflächen. Förderfähig sind hierzu unter anderem die Flächenvorbereitung, Pflanzungen und Saat, Maßnahmen zur Komplettierung von Naturverjüngung mit Laubbaumarten und Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss. Das Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen, das je nach Standort Empfehlungen für naturnahe Mischbestände gibt, bietet dabei wichtige fachliche Hinweise. Den Kern der Wiederaufforstung stellen heimische Baumarten dar. Ausgewählte Nadelbaumarten werden gefördert, wenn mindestens im gleichen Umfang Laubwald begründet wird. Der Laubbaumanteil soll so gesteigert und das Baumartenportfolio mit Augenmaß vergrößert werden, um die Risiken von Waldschäden im Klimawandel zu verringern.

Details zu den Fördermaßnahmen.

Link zum waldbaukonzept_nrw

Der Klimawandel verstärkt das Risiko von Windwürfen.