Forstarbeiten im Mai

Förster

Im Mai endet die Kulturzeit, mit dem ersten Austreiben sollten die Pflanzarbeiten eingestellt werden. Etwa mit Mitte Mai sollten die Kulturen auf ihren erfolgreichen Austrieb kontrolliert werden. Fehlt bei mehr als 30 % der Jungpflanzen der Austrieb, so sind Ausbesserungen vorzumerken, allerdings erst in der übernächsten Pflanzperiode, da vorab beobachtet werden soll, ob die Naturverjüngung die entstehenden Lücken schließt.

Auch im Mai müssen gefährdete Bestände weiterhin auf den Befall von Kieferschädlingen (Nonne, Kieferneule, Kiefernbuschhornblattwespe) beobachtet werden, zudem rückt die Vorsorge gegen Fichenborkenkäfer vermehrt in den Mittelpunkt. Gefährdete Bestände, also solche die sich in der Nähe von Käfernestern oder Schlagabraum (Kupferstecherbefall) befinden, sollten wenigsten einmal in der Woche auf Anzeichen auf den Borkenkäferbefall untersucht werden. Aufgrund der extrem ungünstigen, trocknen Witterung sowie der großen Population aus dem Vorjahr muss unbedingt laufend und genau auf Befall kontrolliert werden. Außerdem sollen schon Vorsorgemaßnahmen getroffen werden für den Fall, das es zu einem starken Befall kommt. Dazu gehört die Organisation der Ernte, die Entscheidung ob selbst oder mittels Lohnunternehmer gearbeitet wird, zudem sollen erste Kontakte mit Lohnunternehmern und Holzabnehmern getroffen werden. Forststraßen und Rückegassen müssen frei befahrbar sein. Kann das Holz nicht unmittelbar abtransportiert werden sollte über Holzlagerplätze außerhalb des Waldes nachgedacht werden.

Für Erstdurchforstungen sollten Kleinharvester verwendet werden.

Ab Mitte Mai können in Dickungen und Stangenhölzern die Auszeige für allfällige Pflegeeingriffe durchgeführt werden, im Laubholz sollte aber unbedingt solange damit zugewartet werden, bis die Kronen sich voll entwickelt haben, damit man die Vitalität der Bäume richtig ansprechen kann. In Dickungen sollte erstmal aber einer Höhe von 4 m eingegriffen werden, dabei aber nur sehr mäßig die Stammzahl reduziert werden (pro 100 m2 nur 2 Bäume). Da die Auszeige in stammzahlreichen, jungen Beständen sehr zeitaufwendig ist (etwa 3 bis 5 Stunden pro ha), sollten Flächen über einen halben ha Größe nicht auf einmal ausgezeigt werden. Je nach Arbeitsanfall am bäuerlichen Betrieb kann die Auszeige aber auch in den Spätsommer bzw. beim Nadelholz in den Herbst unmittelbar vor den Schlägerungsarbeiten verlegt werden. Da derzeit der Nadelholzmarkt stark unter Druck steht, soll bereits vor den Pflegearbeiten im Nadelholz über alternative Verwertungen des geernteten Holzes nachgedacht werden, eventuell als Hackschnitzel. Das Holz einfach im Wald liegen zu lassen ist aufgrund der extrem hohen Borkenkäfergefahr in diesem Jahr nicht möglich.