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Bund deutscher Forstleute fordert „Carlowitz-Plan“ für den Wald

Forstleute und Forstbetriebe kommen bei der Borkenkäferbekämpfung und dem Waldumbau an ihre Grenzen. Die Schäden allein des Vorjahres 2018 summieren sich auf über 32 Millionen Kubikmeter Holz. Die Schadprognosen für 2019 erreichen eine ähnliche Größe. Der Waldzustand ist gravierender als zur Waldsterbensdebatte in den 1980ern. Der Klimaschützer Wald steht selbst im Kreuzfeuer des Klimawandels. Wenn der Wald weiter in seiner Vielfältigkeit, als Sehnsuchtsort und für die Erfüllung der zahlreichen gesellschaftlich wertvollen Leistungen erhalten bleiben soll, muss die Politik im Bund und in den Ländern spürbar aktiver werden und einen Marshallplan für den Wald auflegen.

Der BDF fordert anlässlich seines Bundestreffens in Erfurt den “Carlowitz-Plan” für den Wald in Höhe von 5 Milliarden Euro. Denn der Wald ist systemrelevant und too big to fail. „An eine normale Forstwirtschaft mit geplanter Waldpflege ist seit über einem Jahr nicht zu denken. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten an der Belastungsgrenze, um den Borkenkäfer einzudämmen, Sturmholz aufzuarbeiten und gleichzeitig noch den Waldumbau voranzutreiben“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.

Klimawandel bereits angekommen im Wald

Die Dürre 2018 hat die Borkenkäferpopulation explodieren lassen und gleichzeitig ganze Jungpflanzengenerationen verdorren lassen – Arbeit von mehreren Jahren. Hinzu kommen Waldbrände. Und nicht nur Fichtenwälder sind bedroht. Der Austrieb der Laubwälder und deren Vitalität in diesem Jahr lassen viele Fragen offen. „Die Waldbilder sind erschreckend. Auch für uns Forstleute. Die Situation ist weitaus gravierender als zur Waldsterbensdebatte in den 80er Jahren. Der Wald kann gar nicht so schnell reagieren, wie sich das Klima ändert. Der Wald ist im Klimastress. Die neue Heißzeit setzt ihm sehr stark zu“, so Dohle besorgt.

Der Klimawandel verstärkt das Risiko von Windwürfen.

Mehr finanzielle und personelle Ressourcen sind notwendig

„Wir brauchen einen Marshallplan für den Wald. Deutlich mehr Forstpersonal, was in den letzten Jahrzehnten um 50 Prozent abgebaut wurde, und deutlich mehr Geld für den Waldumbau und die Aufarbeitung der Schäden. Der Wald ist systemrelevant und tatsächlich too big to fail. Hier sind einige Milliarden Euro nachhaltig gut investiert. Diese kommen der gesamten Gesellschaft zugute“, so Dohle weiter.

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel noch deutlich schlimmer wird, als bisher befürchtet. Trockenjahre und weitere Stürme werden also eher Normalität. Ein stärkeres Engagement für klimastabilere Wälder durch Waldumbau, eine effektivere Waldbrandbekämpfung und eine bessere Beratung von WaldeigentümerInnen ist nur mit mehr und gutem Personal und Förderung möglich. Das kostet Geld. Der Wald braucht mehr Aufmerksamkeit. „Wir erwarten von der Politik deutliche Zeichen und starke Hilfen für den Wald, also für die WaldeigentümerInnen und uns Forstleute“, so Dohle abschließend.