Sterben die Skidder aus?

Skidder

Die Verkaufszahlen sind seit Jahren rückläufig. Ist in der mitteleuropäischen Forstwirtschaft kein Platz mehr für Forstspezialschlepper? Die Produktionszahlen waren eigentlich nie besonders hoch, selbst in den Spitzenjahren wurden kaum mehr als 300 Skidder in Mitteleuropa verkauft. Das liegt vor allem an ihrer starken Spezialisierung: Forstspezialschlepper sind hervorragend dafür geeignet Holz zu rücken, aber leider auch nur dafür: Sie besitzen im Allgemeinen weder einen mechanischen Nebenantrieb per Zapfwelle noch Anbaumöglichkeiten. Das schränkte ihre Einsatzfähigkeit stark ein, insbesondere bei der Konkurrenz von Unimog, Forsttraktor und Forwarder.

Skidder
Mit ihrer robusten Bauweise sind Skidder…
Skidder
…voll und ganz für die Holzernte konizpiert und perfektioniert.
Unimog
Im Gegensatz etwa zum Alleskönner Unimog sind Skidder kaum mit Anbaumöglichkeiten ausgestattet.

Knickschlepper sind durch die robuste Bauweise, ihre sehr gute Geländegängigkeit, den Allradantrieb und durch zweckmäßige Forstausrüstung für den Einsatz auch unter schwierigsten Bedingungen entwickelt. Kleinere Modelle sind vor allem für den Einsatz im Schwachholz geeignet, die größeren Modelle kommen da zum Einsatz, wo die Geländebedingungen und/oder die Holzdimension den Einsatz anderer Schlepper nicht zulassen.  Bis zu 132 kw Leistung bringen die stärksten Modelle im Wald zur Geltung, für gewöhnlich sollten aber Motorleistungen bis 75 kw reichen. Großes Plus im Vergleich zu landwirtschaftlichen Schleppern mit Forstausrüstung ist die große Standfestigkeit, die durch die gleich großen Räder gewährleistet wird. Und das Verschränkungsgelenk gleicht Bodenunebenheiten aus, sodass sich der Schlepper gut auf die Bodenverhältnisse anpassen kann. Noch produktiver sind Zangenschlepper, bei denen der Maschinenführer beim Rücken die Kabine nicht verlassen muss. Ist ein Zangenschlepper auch noch mit einer Seilwinde ausgestattet, kann auch nicht an die Rückegasse vorgerücktes Holz transportiert werden.

Hoffnung Klimawandel?

Skidder sind also absolute Profimaschinen – und von daher bis jetzt eigentlich nur von Forstbetrieben und Forstunternehmern im Einsatz. Gerade aber die großen Forstbetriebe geben die Holzernte schon seit Jahren gerne ab und scheuen die hohen Investionskosten von Forstmaschinen.

Skidder
Für die Aufarbeitung von Schadflächen im Siedlungsraum…

Mit dem Klimawandel fällt die „Holzernte“ oder besser gesagt die Aufräumarbeiten von Stürmen, Muren, Lawinen und Überschwemmungen immer mehr in den Bereich der Feuerwehren, des THW und der Bundeswehr. Bisher werden für solche Tätigkeiten vor allem Bagger verwendet, die zwar über enorme Kraft verfügen, aber gerade bei der Holzrückung bald ihre Grenzen erreichen, da sie dafür nicht konstruiert wurden. Nehmen Stürme und andere Naturkatastrophen zu, wie leider zu befürchten ist, wäre es durchaus möglich das Skidder in naher Zukunft zum sogenannten „schweren Gerät“ gehören und ihre Stärken in den Farben des THW oder mancher Feuerwehr ausspielen.

…aber auch im Wald könnten neue Einsatzgebiet für Skidder entstehen.