Österreich: Holzmarkt steht vor dem Kollaps

Der österreichische Nadel-Sägerundholzmarkt ist nicht mehr aufnahmefähig. Sämtliche Rundholzlager der österreichischen Sägeindustrie sind zur Gänze gefüllt. Der Anlieferungsdruck ist jedoch aus dem In- und Ausland aufgrund anhaltender Borkenkäfer- und sonstiger Schadholzaufarbeitung groß. In Kombination mit einer durchwegs kontingentierten Zufuhr wachsen die Waldlager vor allem in den Schadensgebieten wieder rasch an. Als Reaktion auf die prekäre Situation haben die Sägewerke die Preise um bis zu 10 Euro je Festmeter drastisch gesenkt. Rundholzhändler liegen sogar noch darunter. Die Normalnutzung befindet sich vor allem im Kleinwald auf niedrigstem Niveau. Aufgrund des nicht mehr beeinflussbaren Überangebots an Fichte ist die Vermarktung von Weißkiefer de facto weggebrochen.

Beim Laubsägerundholz kann zum Abschluss der Saison eine verhalten positive Bilanz gezogen werden. Mit der ungebrochen regen Nachfrage nach Eiche ging eine leichte Nachfragebelebung bei Rotbuche und Esche einher, was die Einbußen infolge des Eschentriebsterbens etwas abgeschwächt hat. Der Absatz von Pappel war aufgrund des Überangebots an Nadelholz nur auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres möglich.
Die Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie ist entsprechend den Nutzungsaktivitäten außerordentlich gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Zusätzlich stehen deutlich gesteigerte Mengen an Sägenebenprodukten zur Verfügung, wodurch die Preise allgemein unter Druck stehen. Alle Lagerkapazitäten, auch Außenlager, sind mehr oder weniger erschöpft. Ungeplante Mengen werden meist nicht mehr abgenommen. Eine streng kontingentierte Zufuhr führt auch hier zur verzögerten Abfuhr. Das ohnehin niedrige Preisniveau wurde weiter abgesenkt.