Bundeswehr gegen Borkenkäfer: Tagesbefehl Waldzerstörung

Panzer

In manchen Bundesländern soll die Bundeswehr bei der Borkenkäferbekämpfung helfen. Das Ergebnis könnten aber schwer geschädigte Waldböden sein. Um der Borkenkäferplage Herr zu werden, prüft die Bundeswehr aktuell, ob sie technische Unterstützung leisten kann. Laut dem Verteidigungsministerium liegen Anfragen für Amtshilfe aus verschiedenen Regionen vor. Welche Leistungen die Truppe im Wald konkret erbringen kann, hängt von den Anfragen ab. Scheinbar ist den Verantwortlichen nicht ausreichend bewusst, wie moderne und vor allem nachhaltige Holzernte aussieht. Es wäre geradezu ironisch, die Bundeswehr mit sogenanntem schwerem Gerät zu „Hilfseinsätzen“ für Waldbesitzer loszuschicken, wenn das Resultat schwer geschädigte Wälder wären.

Soldat
Soldaten sind keine Forstarbeiter.

Forsttechnik ist nichts für Amateure

Forsttechnik braucht die passenden Maschinen UND geschultes Personal. Laut. Homepage der Bundeswehr verfügt diese aber über keine modernen Forstmaschinen wie Harvester oder Forstspezialschlepper.  Den Bergepanzer Büffel mit über 50 t Eigengewicht auf sensiblen Waldböden Holz rücken zu lassen würde zu einer Degradierung der Böden führen, die über Jahre hinweg anhalten würde. Die Bemühungen von Forstmaschinenherstellen möglichst pflegliche Maschinen zu konstruieren  werden durch solche Vorschläge geradezu konterkariert. Die Ernte von Holz ist nichts was man etwa mit dem Schleppen von Sandsäcken oder dem Schaufeln von Schnee vergleichen kann: dazu braucht es Menschen die über die nötige Ausrüstung und Ausbildung verfügen. Allenfalls könnten militärische Lkws dazu verwendet werden Holz zu transportieren, sofern sie über einen Kran verfügen. Auch für die Suche nach vom Borkenkäfer befallenen Bäumen wäre erstmal eine sorgfältige Schulung nötig.

Anstatt diesem wenig durchdachten Schnellschuss, der überdies auch finanzielle Mittel verbraucht, wäre es vernünftiger mehr Forstpersonal einzustellen und die Trends in der Borkenkäferbekämpfung  zu fördern wie etwa die Ausbildung und den Einsatz von Borkenkäferspürhunden, die Forschung von Harvestern, die fähig sind Bäume zu entrinden und der Aufbau von Folien- und Nasslagern für das geerntete Holz.

Forststraße
Neben dem Waldboden würden auch Forststraßen und Rückewege durch den Bundeswehreinsatz schwer beschädigt werden.