Borkenkäfersituation: Alarmstufe Rot in Oberösterreich

Totholz

Der Borkenkäferbefall schreitet in den oberösterreichischen Wäldern auch im Jahr 2019 rapide voran. Hauptbetroffen sind die tieferen Lagen des Mühl-, Hausruck- und Innviertels wie auch das gesamte Alpenvorland.

Aufgrund der Massenvermehrung dieses Schädlings werden auch immer höhere fichtenreiche Lagen befallen, sodass Bestände großflächig kahlgeschlagen werden müssen, um das Schadholz rasch aus dem Wald zu bringen und eine weitere Ausbreitung hintanzuhalten. Die Landesregierung hat aufgrund dessen beim Bund eine Aufstockung der forstlichen Fördermittel um 6 Mio. Euro auf insgesamt 21 Mio. Euro erwirkt.

Pheromonfallen
Die aktuelle Borkenkäfersituation verlangt nach einer permanenten Kontrolle der Bestände.

Rekordwerte an Schadholz

Im Jahr 2018 wurde in Oberösterreich witterungs- und klimabedingt ein noch nie erreichter Schadholzanfall durch Borkenkäfer verzeichnet. Laut der aktuellen Holzeinschlagsmeldung betrug der Holzeinschlag rund 3,5 Mio. Erntefestmeter. Etwa 2 Mio. fm davon sind dem Borkenkäfer, Sturmereignissen, Schneedruck und dem Eschensterben zuzuschreiben.

In Oberösterreich sind rund 50% des Waldbesitzes Bauern- und Kleinprivatwald. Diese Besitzkategorie ist durch den Borkenkäfer besonders betroffen und musste den größten Anteil der zwangsweisen Nutzung vornehmen. Der Holzeinschlag liegt im Bauernwald gegenüber Normaljahren um mehr als 30% über den schadensbedingt hohen Werten der Vorjahre.

Die heimische Holzindustrie hat 2018 einen Rekord-Produktionswert von 8,33 Mrd. Euro und damit ein Plus von 5,4% gegenüber dem Jahr davor erzielt. Österreich ist der siebtgrößte Schnittholzexporteur weltweit. Auch die Verarbeitungskapazität in Oberösterreich ist sehr hoch und beträgt mehr als den doppelten Gesamtholzeinschlag des Bundeslandes in Normaljahren. Seit 2017 finden periodisch Runde Tische zwischen Forst- und Holzwirtschaft statt, um aus Forstschutzgründen auf den vorrangigen Abtransport des regionalen Schadholzes einzuwirken und dadurch eine weitere Ausbreitung der Waldschädlinge auf die Nadelholzvorräte zu vermeiden.

Oberösterreich setzt alles daran, die Nadelholzvorräte als maßgeblich volkswirtschaftliches Vermögen zu erhalten und die Wiederbewaldung der Kahlflächen im Sinne der Erhaltung der öffentlichen Wirkungen des Waldes (Hochwasser- und Erosionsschutz etc.) sicherzustellen. Aufgrund des hohen Schädigungsgrades des Kleinstprivatwaldes – es gibt im Bundesland 70.000 Waldeigentümer, die Flächen gemäß Kataster besitzen – ist eine enorme Steigerung der forstbehördlichen Maßnahmen gegeben. Die Behörden haben heuer über 4.000 forstbehördliche Aufforderungen zur Entfernung von Borkenkäferholz erteilt und alle wirksamen Maßnahmen ergriffen, um dessen Massenvermehrung einzudämmen.

Was Waldbesitzer gegen den Borkenkäfer tun können lesen Sie hier.