Bayern: Harvestermangel behindert Borkenkäferbekämpfung

Ganz Südbayern wird im Moment vom Borkenkäfer heimgesucht. Doch nicht nur der hohe Befallsgrad stellt ein Problem da, auch die Bekämpfung stockt. Und zwar deshalb, weil die Kapazität an Harvestern zu gering ist um die hohen Schadholzmengen aufzuarbeiten. Die Firmen, bei denen man Harvester anfordern kann, sind völlig überfordert. In manchen Regionen kommt es mittlerweile schon zu wochenlangen Wartezeiten. Alternative Bekämpfungsmethoden wie die Folierung des Holzes, die Naßlagerung oder auch das Ritzen der Stammoberfläche sind nicht immer möglich bzw. auch vielen Waldbesitzern nicht bekannt.

Bedenkliche Fangwerte

Umso schlimmer, dass sich die Borkenkäfer derzeit geradezu explosionsartig vermehren. An vielen Monitoringstandorten sind die Fänge dauerhaft hoch und liegen über der Buchdrucker-Gefährdungsschwelle von 3.000 Käfern je Falle und Woche. Ab diesen Fangwerten muss mit einer schnellen Ausbreitung bestehender Befallsherde gerechnet werden. In den Fangergebnissen steigt der Anteil der hellbraunen Jungkäfer seit vergangenem Wochenende rapide an. Zeitlich betrachtet ist die Entwicklung der 1. Generation damit später als 2018 und 2017 vollzogen, jedoch früher als 2015 und 2016. Die kühle Witterung im Mai 2019 scheint sich hier auszuwirken. Doch auch in den Jahren 2015 und 2016 kam es zur Anlage einer 3. Generation.

Zum Ausflug der ersten Jungkäfer kommt es in den unteren Lagen v.a. in Niederbayern, im nördlichen Oberbayern und Schwaben sowie in Teilen Oberfrankens. In diesen Bereichen wird in den kommenden Wochen die 2. Generation angelegt. Die infolge der derzeit herrschenden hohen Temperaturen auftretende Trockenheit schwächt die ohnehin schon vom letzten Jahr gezeichneten Fichten zusätzlich. Es muss erneut mit erheblichem Stehendbefall gerechnet werden. Sobald es wieder heißer wird, ist die Stehendbefallsuche auch auf das Bestandesinnere auszuweiten! Die Bohrmehlsuche bei frischem Befall kann derzeit nach Gewittern, Regenschauern und Wind erschwert sein. Harztrichter, Einbohrlöcher und v.a. Spechtabschläge sind oft gute Hinweise auf frischen Befall. Befallene Fichten aus dem Frühjahr zeichnen vermehrt mit sich rotfärbender Krone.

Borkenkäfer